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Content Management System vs. Framework

Veröffentlicht von Henrik Braune am 16.06.2015

Henrik Braune

Oft stellt sich bei der Realisierung von Webprojekten die Frage, ob man auf ein Content Management System oder ein Framework aufbauen sollte. Mit dem Symfony Content Management Framework (CMF) ist das Beste aus beiden Welten möglich.

Content Management Systeme sind die Dinosaurier des Internets. Als Webseiten Ende der 90er möglich wurden, bestand zugleich auch die Nachfrage nach Möglichkeiten der redaktionellen Pflege für jedermann. Die Idee des CMS, das über ein Backend Eingabemasken zur Bearbeitung von Texten und Medien bereitstellt, war geboren. Viele Jahre – während des Internets 1.0 – war es üblich, dass Nutzer Inhalte konsumierten, die redaktionell bereitgestellt wurden. CMS Systeme bedienten dieses Nutzerverhalten auf ideale Weise. Sie gaben Unternehmen und Privaten das nötige Werkzeug in die Hand.

Doch das Konsumverhalten des Webs hat sich geändert. Und mit ihm die Vorstellung, was eine Webseite im Kern ist und was sie in Zukunft sein wird. Nutzer sind bei Facebook und machen sich die Inhalte selbst, stellen bei Youtube Videos hoch und konsumieren Nachrichten über Apps auf mobilen Geräten. Inhalte im Web sind inzwischen oftmals vollständig individualisiert, was die ursprüngliche CMS-Idee ad absurdum führt. Darauf ausgelegt, vielen Nutzern dieselben Inhalte senden, hat das CMS in seiner alten Fassung an Bedeutung verloren. Und hat damit viel mit dem Fernsehen gemein. Inhalt für alle ist nicht mehr. Und weil das so ist, wird eine neue Generation von CMS-System benötigt, die von einem anderen Konzept ausgehen.

Strukturierte und unstrukturierte Daten

Mit dem Symfony Content Management Framework (Symfony CMF) wurde ein neuer Ansatz realisiert, der eine andere Gewichtung als herkömmliche Content Management Systeme verfolgt. An erster Stelle steht die Geschäftslogik einer Applikation mit ihrem spezifischen Datenmodell – und nicht unstrukturierter CMS-Inhalt. Dieser wird im CMF-Prinzip dort ergänzt, wo er benötigt wird. Ein Beispiel dazu aus der Praxis: Ein Portal im Internet listet verschiedene Anbieter von Ferienwohnungen. Der Kern der Anwendung ist eine Suche, die Ergebnisse nach Kriterien vergleicht (z.B. "Suche Ferienwohnungen in Schleswig-Holstein in einer Preisspanne von 50-100 EUR"). Bis zu diesem Punkt liegen nur strukturierte (vergleichbare) Inhalte vor, die gefiltert und ausgegeben werden. Neben diesen Kriterien kann und wird es im Interesse des Portalbetreibers sein, seine Anwendung auch für Suchmaschinen zu optimieren (SEO). Der Anbieter des Portals könnte Ergebnisseiten (z.B. "alle Ferienwohnungen in Kiel") um weitere Informationen ergänzen und fügt unterschiedliche Texte, Bilder und Videos hinzu, legt möglicherweise ein Layout aus zwei Spalten an oder ergänzt aktuelle Neuigkeiten aus der Region (z.B: "Wetter in Kiel in den nächsten 7 Tagen"). Hierbei handelt es sich um sogenannte unstrukturierte Daten, die sich von Seite zu Seite unterscheiden können. Diese klassisch Disziplin eines CMS sind normalerweise nicht Bestandteil von Frameworks uns müssen in den meisten Fällen ergänzend entwickelt werden.

Das CMF besteht aus mehreren Paketen und reichert eine Symfony2-Installation um CMS-Funktionalität an, auf die nach Bedarf zugegriffen werden kann. Dabei ist das Fundament des CMF – das sogenannte PHP Content Repository (PHPCR), eine Adaption des JCR (Java Content Repository) – so flexibel, dass jede Art von Inhaltselement (Video, Text, Bilder, Slideshow, etc.) ohne Aufwand umgesetzt werden kann. In seinem Funktionspotenzial agiert das CMF durchaus auf Augenhöhe mit TYPO3 CMS.

Das bedeutet nun keinesfalls, dass man auf das klassische CMS schon einen Abgesang anstimmen sollte. Es gibt viele Szenarien, in denen Content Management Systeme das Mittel der Wahl sind. Sie sind allerdings nicht mehr alternativlos, wenn das Ziel ist, Inhalte in eine Anwendung zu integrieren. Moderne Applikationen sind Mischformen aus strukturierten und unstrukturierten Lösungen. Und jeder Anwendungsfall lässt sich durch die richtige Wahl des technischen Fundaments perfekt lösen. Hierzu sollte – und das ist alternativlos – der Konzeptionsphase genug Raum gegeben werden.

Wann CMS?

  • Klassische Unternehmenswebseite
  • Webportal mit weitestgehend redaktionell erstellten Inhalten und kleinem Anteil an individueller Entwicklung von Komponenten (überwiegend unstrukturierte Daten)
  • Microsites und Kampagnen-Seiten

Wann Framework?

  • Überwiegend strukturierte Daten und "user generated content"
  • Abbildung businessrelevanter Prozesse
  • e-Commerce
  • Bedarf an zusätzlichen, unstrukturierten Inhalten (beispielsweise für SEO Landingpages, About, etc.)

Wir beraten Sie gern in der Frage, welche Lösung für Ihr Projekt sinnvoll ist und unterstützen Sie gerne dabei, das Content Management Framework in Ihr Symfony2-Projekt zu integrieren.

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