Digitalagentur für Business Software aus Kiel

Ist Programmieren ein Handwerk?

Veröffentlicht von Janina Löwe am 22.11.2018

Janina Löwe

Programmieren ist ein Handwerk, Software-Architektur eine Kunst. Schluss mit dem Mysterium "Computernerd" - Programmieren lernen, kann jede*r!

Digitalisierung ist in aller Munde. Doch was machen Programmierer eigentlich den lieben langen Tag? Ist diese Arbeit tatsächlich ein Mysterium, das nur hyperintelligente Nerds zu verstehen und beherrschen scheinen oder könnte man Softwareentwicklung, insbesondere das Programmieren, nicht als eine Art Handwerk 4.0 betrachten? Und wenn dem so ist - könnte dann eigentlich jede*r Programmieren lernen?

Handwerk kann mit Blick in die Zukunft völlig neu gedacht werden. Digitale Technologien und Innovationen ergänzen und vereinfachen zahlreiche Prozesse in traditionellen Manufakturen und eines eint einen kreativen Handwerker, wie beispielsweise einen Schmuckschmied, mit dem Softwareentwickler: Beide sehen den Zweck ihrer Arbeit darin, etwas zu erschaffen. Der Weg ist das Ziel und am Ende steht ein Produkt. Während des Herstellungsprozesses wird immerzu optimiert, ausgebügelt und getestet. Fleiß ist die Tugend beider Gruppen. Für Henrik ist das Programmieren ganz klar ein Handwerk. "In der Software-Entwicklung gibt es viele Themenfelder, die eine routinierte Bearbeitung erfordern. Bestimmte Techniken lassen sich perfektionieren und immer wieder ausführen". Er hat mir auch verraten: "Kunst ist die Programmierung dann, wenn Neues geschaffen wird. Hier grenzen sich die Berufsfelder voneinander ab: Dem Duett aus Ingenieur und Handwerk stehen der Software-Architekt und der Entwickler gegenüber.“

Aha, interessant! Erzähl' mir mehr - vielleicht kann ja sogar ich das lernen. 

Informatik - bloße Theorie?

Dem Programmierer ist es besonders wichtig, dass seine Arbeit und das dabei entstehende Produkt etwas Neues ist. Vielleicht sogar etwas, das es noch gar nicht gibt bisher. Kreativität spielt also auch an der Tastatur eine große Rolle. Ein weiterer Umstand gilt gleichermaßen für Handwerk und Programmierung: Nur durch Übung und Experimentieren wird es gut. Man muss am Ball bleiben, Verschiedenes ausprobieren und Fehler machen. Denn nur so lernt man.

Informatik scheint auf den ersten Blick bloße Theorie. Schaut man sich die momentanen Ausbildungsmöglichkeiten zum Softwareentwickler an, ist das kein Wunder. Wer Programmierer werden will, kann sich nicht auf theoretischem Wissen ausruhen, sondern muss "handwerklich" tätig werden.

Talente fördern

Doch wie bei vielen handwerklichen Berufen auch, herrscht in der IT-Branche ein immenser Fachkräftemangel. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Nachfrage nach qualifizierten Entwicklern übersteigt das Angebot an jungen Talenten weit. Deshalb planen wir, ab dem kommenden Sommer Ausbildungsbetrieb für Softwareentwickler zu werden. "Das Ziel ist, Talente zu fördern, zu fordern und eine langfristige Perspektive zu schaffen," erklärt Henrik.

Auch die gestrige Generaldebatte im Bundestag hat es wieder gezeigt: Während die Digitalisierung auf der politischen Agenda ganz oben auftaucht, werden die Menschen, die diese umsetzen sollen, nicht im gleichen Maße gefördert. Im Bildungssystem ist dieser Bereich kaum bis gar nicht verankert worden und wird hauptsächlich nur infrastrukturell angegangen. Jedes Kind bedient heutzutage ein Smartphone, weiß aber nicht, wie es funktioniert. Das wollen wir gerne ändern und mehr junge Menschen dazu ermuntern und inspirieren, IT nicht bloß zu konsumieren, sondern sich an das Berufsfeld Softwareentwickler heranzuwagen - das gilt insbesondere auch für Mädchen und Frauen. Um ein guter Programmierer zu werden, braucht es kein Genie!

Wirf' einen Blick in unsere offenen Stellen - vielleicht ist ja etwas für Dich dabei!

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